Aus der Geschichte

Aus der Geschichte Dirmsteins

Die Dirmsteiner Gemarkung ist schon sehr lange besiedelt. In Gräberfeldern aus der Merowingerzeit mit über 400 Bestattungen wurden beispielsweise wiederverwertete Grabplatten römischen Ursprungs gefunden. Bereits im Jahr 842 muss die Gemeinde relativ groß gewesen sein, denn sie beherbergte damals einen König auf der Durchreise: Karl der Kahle, der „Vater“ und spätere Kaiser Frankreichs vergab während seines Aufenthaltes in Dirmstein Schutzrechte für Aquitanien und Burgund, womit er gleichzeitig für die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens sorgte.

Später war Dirmstein zeitweise Heimat für 22 Adelsfamilien und Landsitz der Fürstbischöfe von Worms, die sich die Herrschaftsrechte Jahrhunderte lang in Form eines Kondominats mit dem Kurfürsten der Pfalz teilten. Ab 1704 gehörte die Gemeinde dann ganz zum Hochstift Worms, während im Gegenzug die Stadt Ladenburg auf der anderen Rheinseite fortan rein kurpfälzisch wurde.

Großen Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde hatten unter anderem der Rechtsgelehrte und Direktor der oberrheinischen Reichsritterschaft Caspar IV Lerch (1573 - 1642) sowie Joseph von Camuzi (1767 - 1828) und sein Sohn Gideon (1799 - 1879), die beide sowohl Bürgermeister als auch Landtagsabgeordnete waren. Zu den bedeutendsten Söhnen der Gemeinde zählt auch der Chirurgie-Professor Dr. Johann von Hubertus (1752 - 1823), der Ende des 18. Jahrhunderts am berühmten Josephinum in Wien lehrte und dem österreichischen Erzherzog Karl als Leibarzt diente.

Zu Ehrenbürgern Dirmsteins wurden der Mäzen Dr. Eux Stocké (1895 - 1992) sowie der langjährige Bürgermeister Erich Otto (1921 - 1996) ernannt.

Neben den vier erhaltenen Schlössern und anderen eindrucksvollen Gebäuden stellt die große Zweikirche im Ortskern ein außergewöhnliches Erbe aus der Vergangenheit dar. Sie wurde 1746 fertiggestellt und ist das einzige Gotteshaus aus der Barockzeit, unter dessen Dach sich von Anfang an zwei getrennte Sakralräume für die beiden christlichen Konfessionen befinden. Der Turm stammt noch von einem Vorgängerbau aus dem 13. Jahrhundert. Er beherbergt zwei katholische, zwei protestantische, eine ökumenische und eine kommunale Glocke, die aber von allen gemeinschaftlich genutzt werden dürfen.

Ausführliche Informationen zur Dirmsteiner Geschichte finden Sie in dem 700-Seiten-Buch „Dirmstein - Adel, Bauern, Bürger“, das im Rathaus für 72 Euro erhältlich ist, sowie in der Internet-Enzyklopedie „Wikipedia“.