Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen

Altheimer, nicht Alzheimer

Naomi Feil - die Dame mit den weißen Haaren in der Bildmitte - mit Frankenthaler Teilnehmerinnen des Workshops am 6. Juni 2012 in FreinsheimZoom (365KB)

Die weißhaarige Dame auf dem Bild rechts ist Naomi Feil (gemeinsam mit Frankenthaler Teilnehmerinnen am Workshop über Validation am 6. Juni 2012). Naomi Feil verdanken wir viel. Am wichtigsten ist ihre psychologische Sichtweise auf Demenz. Altersverwirrtheit hat für Naomi Feil nicht nur mit körperlichen Verlusten zu tun, sie ist für Naomi Feil auch eine Möglichkeit, wie Menschen mit Demenz ihr Gleichgewicht wahren können. Sie spricht deshalb lieber von "Altheimer" oder "Altenheimer" als von "Alzheimer". Für sie ist es normal, zweimal im Leben etwas desorientiert zu sein: nach der Geburt und am Ende des Lebens. Nur: Menschen mit Demenz sind keine Kinder, sondern lebenserfahrene Menschen am Ende ihres Lebens, auch wenn sie desorientiert sind. Das gibt den Menschen mit Demenz ihre Würde zurück.



Validation kann man lernen!

Validation, die wertschätzende Methode des Umgangs mit altersverwirrten Menschen, ist eine gute Voraussetzung für Kontakte zu ihnen. Sie entlastet alle: die Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und Freunde und die Ehren- und Hauptamtlichen aus der Altenarbeit, die mit ihnen zu tun haben. Menschen mit Demenz kommunizieren anders, mit Hilfe von Validation kann man sich darauf einstellen. Wenn man bürgerschaftlich Engagierte anspricht, ob sie nicht Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen wollen, brauchen sie nicht nur den guten Willen, sondern auch eine Ausbildung in Validation. Einen guten Zugang zu Validation eröffnen beispielsweiste zwanzigstündige Kurse, die das Validationszentrum seit 2008 bei uns im Dekanat durchführt.

Das Validationszentrum beim Landesverein für Innere Mission e.V. in Wachenheim ist für Beratung und Ausbildung in Validation zuständig.



Wenn Kirchengemeinden sich engagieren

Der zweite wichtigste Impuls für den Umgang mit Demenz kommt von der Aktion Demenz e.V. Zur psychologischen Sichtweise Naomi Feils kommt hier eine soziologische: Demenz wird als gesellschaftliches Thema begriffen - von krankmachenden gesellschaftlichen Bedingungen bis zu den Möglichkeiten, demente Menschen und ihre Angehörigen durch zivilgesellschaftliches Engagement zu unterstützen. Die Aktion Demenz setzt sich für "demenzfreundliche" Kommunen ein, ihr Ziel ist es, Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen wieder die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dafür spielt bürgerschaftliches Engagement eine große Rolle. Die Kirchengemeinden als hervorragende Institutionen im Quartier und als Kristallisationspunkt für zivilgesellschaftliches Engagement sind hier gefragt.

Icon Flyer (324KB)
Demenz - Was Kirchengemeinden tun können.pdf
Die Aktion Demenz e.V. steht für das Programm einer "demenzfreundlichen Kommune" und die zivilgesellschaftliche Sichtweise auf Demenz.