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Der Kooperationsprozess im Protestantischen Dekanat Frankenthal

Bewegender Presbyteriumstag am 23. Februar 2013 im Pilgerpfad

Aufbruchstimmung kennzeichnete den Presbyteriumstag des Protestantischen Dekanats Frankenthal am 23. Februar im Ökumenischen Gemeindezentrum Pilgerpfad. 70 Presbyterinnen und Presbyter beschäftigten sich mit dem Thema »Kooperation im Kirchenbezirk«. Ein möglicher finanzieller und personeller »KO« der Kirche ist im Moment Ausgangspunkt vieler Überlegungen in der Landeskirche. Beim Presbyteriumstag ging es darum, wie Pfarrer Oliver Jaehn am Anfang deutlich machte, dass man nicht durch eine »Operation« in Form vertraglich festgezurrter »Kooperationszonen« – einer Vorgabe der Landeskirche – festgelegt werden wolle, sondern auf freiwillige inhaltliche Kooperationen setze: »Kooperation« anstelle von »KO« und »Operation«. Für die Kooperation im Kirchenbezirk plädierten Pfarrer Uwe Laux und Pfarrer Martin Henninger in einem Sketch dafür, dass jede Gemeinde das macht, was sie am besten kann und das für andere Gemeinden öffnet – anstelle von schriftlichen Verträgen zwischen einzelnen Gemeinden.

In Arbeitsgruppen förderten die Presbyterinnen und Presbyter vieles zutage, was es bereits an Zusammenarbeit zwischen einzelnen Gemeinden gibt, auch in ökumenischer Hinsicht. Die Männerarbeit ist ein Beispiel dafür, aber auch die Erwachsenenbildung und Glaubenskurse. In den Arbeitsgruppen sind viele neue Ideen entstanden, wie Gemeinden sich ganz konkret ergänzen und gegenseitig unterstützen können. Dekanin Sieglinde Ganz-Walther konnte am Schluss erfreut feststellen, wie lebendig die Kirche bei uns ist. Viele Gemeinden haben sich bereits auf den Weg gemacht – lange bevor das Thema »Kooperation« in der Landeskirche auf die Tagesordnung gesetzt worden ist. Das Verdienst des Presbyteriumstages – gekonnt vorbereitet und moderiert von einem Team um Pfarrer Carsten Schulze – ist es, das alles sichtbar gemacht und zu vielen neuen Ideen motiviert zu haben. In einem halben Jahr, so der Wunsch der Presbyterinnen und Presbyter, soll es den nächsten Presbyteriumstag geben – um das gegenseitige Kennenlernen und den Austausch untereinander fortzusetzen und vor allem, um auf dem begonnenen Weg weiterzugehen.

 



»Kooperation statt KO und Operation« - der thematische Einwurf von Pfarrer Oliver Jaehn

»Kein K.O.! Keine OPERATION! Aber wirkliche KOOPERATION!« - Pfarrer Oliver Jaehn hat auf dem Presbyteriumstag eine sehr passende und einprägsame Formel dafür gefunden, um was es beim Thema »Kooperation« geht. »Kooperation statt KO und Operation« ist zum Motto für den Kooperationsprozess bei uns geworden. Freundlicherweise hat Herr Jaehn uns seinen Vortrag zur Verfügung gestellt:

 
- die Einführung von Pfarrer Oliver Jaehn zum Thema Kooperation auf dem Presbyteriumstag



Zur Erinnerung: Der Beschluss der Bezirkssynode vom 17. November 2012

»Die Bezirkssynode befürwortet statt formaler Kooperationszonen den Weg inhaltlicher Kooperation innerhalb des Dekanats. Dazu liegt bereits ein Zwischenergebnis des Pfarrkonvents (Stadtbereich: 13.9.2012; Landbereich: 14.11.2012) vor. Beim Presbytertag am 23.2.2013 wird daran weiter gearbeitet.«



Eindrücke vom ersten Presbyteriumstag

Nachfolgend finden Sie Fotos vom Prebyteriumstag am 23. Februar 2013 im Ökumenischen Gemeindezentrum Pilgerpfad.



Zweiter Tag für Presbyterinnen, Presbyter und Ehrenamtliche aus dem Protestantischen Dekanat am 16. November 2013

Immer mehr von dir, immer mehr,
immer mehr sein wie du, immer mehr.
Immer mehr deine Worte verstehn,
deine Werke tun, oh Herr, immer mehr.


»Kirche wird anders sein – oder sie wird nicht mehr sein« – unter dieser Überschrift stand der zweite Tag für Presbyterinnen, Presbyter und Ehrenamtliche im Dekanat Frankenthal am 16. November. Mit dem Lied »Immer mehr von dir« leitete Pfarrer Uwe Laux den Nachmittag ein. Gesucht werden sollte ein Ausweg aus der Spardebatte, an deren Ende doch wieder eine neue Spardebatte steht. Bereits beim ersten Presbytertag im Februar 2013 bestand Übereinstimmung, dass vertraglich festgelegte Kooperationszonen lediglich die Gemeindebezirke vergrößern, aber keine echte Alternative darstellen. In seiner Einführung verdeutlichte Pfarrer Carsten Schulze, dass es vielmehr darauf ankommt, Ehrenamtliche zu suchen, die neue Wege wagen. Wo bestehende Angebote aus den verschiedensten Gründen an ein Ende kommen, ist es Zeit dafür, auf andere Weise kreativ zu werden.

Ein Anspiel von und mit Gemeindediakon Ralf Zeeb – ein gewisser Herr »Lückenbüßer« sucht ein Ehrenamt in einer Gemeinde und macht dabei so seine Erfahrungen – machte hierbei deutlich, dass Ehrenamtliche heute eben nicht mehr als »Lückenbüßer« verstanden werden wollen, sondern als Partner, die kreativ, eigenständig und in Gemeinschaft mit anderen neue Projekte entwickeln.

Anknüpfen konnte der zweite Tag für Presbyterinnen, Presbyter und Ehrenamtliche – 55 Aktive aus den Gemeinden des Dekanats beteiligten sich daran, darunter auch einige jugendliche MitarbeiterInnen – an der großen Wertschätzung für die Ideen anderer und ebenso an der Freude am Austausch und am Entwickeln neuer Ideen. Am Ende standen Visionen und Vorschläge zur zukünftigen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Familien und Senioren im Dekanat und zu den Themen Kultur und Öffentlichkeitsarbeit. »Ich hätte es nicht erwartet, dass es in diese Tiefe geht. Das war heute ein Erfolg«, konnte Pfarrer Uwe Laux am Ende sagen.

»Zehn kleine Presbyter«, das altbekannte Kinderlied mit einem neuen Text von Gemeindediakon Ralf Zeeb, setzte einen humorvollen Akzent am Ende des Presbyteriums- und Ehrenamtstags. Eine mit dreizehn aktiven Ehrenamtlichen besetzte Arbeitsgruppe, die sich am Ende des Presbyteriumstags gebildet hat, bereitet nun den nächsten Tag für Ehrenamtliche im Frühjahr 2014 vor. Dann wird es darum gehen, den nächsten Schritt im gemeinsamen Prozess zu gehen.

 
– das Lied zum Presbyteriums- und Ehrenamtstag



"Kooperation jetzt!" – der dritte Ehrenamtstag am 23. Mai 2014

Der dritte Ehrenamtstag am 23. Mai 2014 versammelte knapp fünfzig Ehren- und Hauptamtliche aus dem protestantischen Dekanat Frankenthal im Dathenushaus. Sie setzten fort, was mit den Ehrenamtstagen im Februar und November 2013 begonnen hatte. Während auf dem ersten Ehrenamtstag deutlich wurde, wie viele inhaltliche Kooperationen zwischen einzelnen Gemeinden im Dekanat es bereits gibt, wurden auf dem zweiten Ehrenamtstag Ideen dafür gesammelt, wie die Zusammenarbeit in einzelnen kirchlichen Arbeitsfeldern systematisch ausgebaut werden könnte. Der nun dritte Ehrenamtstag nahm diese Vorschläge auf und verabredete eine Reihe konkreter Projekte für dekanatsweite Kooperationen.

Aufgegriffen wird zum Beispiel das Projekt »Rückenwind für Familien«, das es seit drei Jahren im ökumenischen Gemeindezentrum im Pilgerpfad gibt und das von Kindern und ihren Eltern gern angenommen wird. Bei »Rückenwind für Familien« geht es um einen Tag für Eltern und Kinder zum Spielen, Lachen, Erzählen, Basteln und gemeinsamem Essen. In Zukunft soll es ein Team von Haupt- und Ehrenamtlichen geben, das »Rückenwind für Familien« an unterschiedlichen Orten im Dekanat anbietet – möglichst ökumenisch wie das Vorbild im Pilgerpfad. Auch die Glaubenskurse, die es bereits in einzelnen Gemeinden gibt, werden nun zu einem Projekt für das ganze Dekanat. Über die Vernetzung können mehr Menschen für einen der unterschiedlichen Glaubenskurse interessiert und weitere Gemeinden einbezogen werden. Jugendliche aus dem Dekanat schließlich haben sich auf dem Ehrenamtstag als Mitarbeitergruppe zusammengeschlossen, um Kontakt zu allen jugendlichen Mitarbeitern im Dekanat aufzunehmen, gemeinsam Ideen zu sammeln und Angebote für sich selbst und andere zu planen und längerfristig alle Jugendgruppen miteinander zu vernetzen.

Zu den neu begonnenen Projekten gehören Gottesdienste zu anderen Orten und Zeiten, die Kirche in der Öffentlichkeit sichtbarer machen sollen. Sie werden sich besonderen Themen wie dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs widmen und sich in ihrer Form auf das Thema einstellen. Ein weiteres neues Projekt richtet sich an Seniorinnen und Senioren: Die zunehmende Begeisterung für Senioren-Chöre soll mit Angeboten zum offenen Singen aufgegriffen werden, die dann zum ersten dekanatsweiten Projekt in der Seniorenarbeit werden könnten. Besuchsdienst-Mitarbeitende in den Gemeinden spricht das nächste neu Projekt an. Es bietet dekanatsweit einen Rahmen, in dem die Ehrenamtlichen, die sich in die Geburtstagsbesuche teilen, sich austauschen und Unterstützung finden können.

»Kooperation jetzt!« – ein von Pfarrerin Katharina Jaehn geschriebener Sketch zu Beginn des Ehrenamtstags motivierte zur Zusammenarbeit. Diese geht über den Ehrenamtstag hinaus: Für alle Vorhaben gibt es Arbeitsgruppen aus Ehren- und Hauptamtlichen, die die Projekte umsetzen. Auch die Vorbereitungsgruppe der Ehrenamtstage wird weiterarbeiten. Mit Gemeindediakon Joachim Sinz vom Gemeindepädagogischen Dienst des Dekanats gibt es nun auch einen ständigen Ansprechpartner für die Projekte.