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Menschlichkeit mit Zukunft

 

Seinen Ursprung hat der Protestantische Diakonissenverein im Frankenthaler St.-Johannis-Verein. Bürgerinnen und Bürger fassten sich ein Herz, um etwas gegen die unvorstellbaren Zustände in ihrer Nachbarschaft zu tun, die mit der industriellen Revolution einhergingen. Diakonisches Handeln hatte seinen Ort in der Kirchen- und Bürgergemeinde und wurde – oft initiiert und unterstützt von Hauptamtlichen wie dem Frankenthaler Dekan Hieronymus Hofer – von Vereinen getragen. Dieses ehrenamtliche Element blieb auch beim Protestantischen Diakonissenverein lange bestimmend: Als die Diakonissenschwestern in Frankenthal ihre Arbeit aufnahmen, wurden sie durch ein ehrenamtliches Hilfskomitee unterstützt.

Heute unterstützt der Protestantische Diakonissenverein die Ökumenische Sozialstation, engagiert sich in eigenen Projekten und wendet sich mit diakonischen Themen an die Öffentlichkeit. Der Verein bietet Gesprächskreise zu bestimmten Themen an, lädt zu Veranstaltungen ein und hält über sein Besuchsprojekt Kontakt zu seinen Mitgliedern. Das Besuchsprojekt ist eine Besonderheit des Protestantischen Diakonissenvereins. Initiiert von Ingrid Wirth, der Geschäftsführerin des Ökumenischen Sozialstation Frankenthal, besucht Präsenzkraft Yvonne Schall regelmäßig alle Mitglieder. Die Belange des Vereins obliegen einem ehrenamtlichen Ausschuß.

Das Motto »Menschlichkeit mit Zukunft« hat sich der Protestantische Diakonissenverein in seinem 150. Jubiläumsjahr 2014 gegeben. Heute ist es das Bild sorgender Gemeinschaften, das dafür steht. Über die Stärkung naher und ferner Nachbarschaften entsteht so ein Gemeinwesen, in dem die Sorge füreinander einen größeren Stellenwert hat. Das Ziel ist, dass alle dort, wo sie wohnen, gut leben können. Menschen, die sich für ihre Nachbarschaft einsetzen und professionell Helfende arbeiten Hand in Hand dafür, unterstützt durch entsprechende staatliche Rahmenbedingungen.


Seine Lebenssituation besprechen und eine neue Perspektive zu finden

 

Seit November 2012 kümmert sich der Protestantische Diakonissenverein Frankenthal darum, dass seine Mitglieder zuhause besucht werden. Präsenzkraft Yvonne Schall nimmt seitdem jährlich Kontakt zu den Mitgliedern auf. Außerdem wird sie von Mitgliedern oder deren Familienangehörigen angesprochen und begleitet sie in schwierigen Situationen.

Die Gespräche sind vertraulich. Sie finden in einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre statt und stellen eine Begleitung auf dem individuellen Weg dar, beispielsweise wenn es darum geht, im Alter zuhause wohnen bleiben zu können. Maßgebend für die Unterstützung ist der Wunsch der Mitglieder.

Die Besuche beinhalten die Möglichkeit, seine Lebenssituation zu besprechen und eine neue Perspektive zu finden. Wenn die Mitglieder es möchten, bezieht die Präsenzkraft den Pflegstützpunkt, die Ökumenische Sozialstation und andere diakonische Fachstellen mit ein.

Bis 1979 gab es Diakonissenschwestern in Frankenthal. Danach ist die pflegerische Tätigkeit der Diakonissen auf die Ökumenische Sozialstation übergegangen. Mit dem Besuchsprojekt knüpft der Protestantische Diakonissenverein an einem anderen wichtigen Teil ihrer Arbeit an, nämlich der Frage »Wie geht es Ihnen?«

Mit der Präsenzkraft als Nachfolgerin der Gemeindeschwester sorgt der Protestantische Diakonissenverein heute dafür, dass sich die Mitglieder mit ihren Problemen nicht alleine gelassen fühlen müssen. Miteinander reden löst Ängste, aber auch miteinander schweigen, lachen und weinen hat seinen Platz.


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